Luna-Tramgleis- und Bodenflächensystem








Die Entstehung von Luna-Tram

 

1999-2001 Erste Marktstudien

An den Spielwarenmessen in Nürnberger sind die Stände, an welchen Trammodelle angeboten werden, immer wieder Anlaufstellen für Ingenieure, Techniker, trambegeisterte Händler und Modellbauer. Regelmässig wurden in den letzten Jahren Ideen für Tramgleise diskutiert und manchmal sogar Handmuster gezeigt. Sie liessen alle ein gemeinsames Problem erkennen: Echte Tramgleisgeometrien und Radien finden sich nicht bei den üblichen Schwellenschienen, welche sich stets an den Vollbahnen orientieren. Für die Bodenflächen war eine zeitraubende Arbeit mit eingipsen oder einpressen von Keramikmasse unumgänglich.

Presse

In der Strassenbahnpresse wurden regelmässig Neuheiten von Trammodellen beschrieben, doch ein Tramgleis fehlte. Redaktoren und Leserbriefschreiber fragten laufend nach dem lange ersehnte Tramgleis.

Erste Erfahrungen im Anlagebau

Für die Firma Navemo, Nahverkehrsmodelle AG in Zürich, welche Trammodelle herstellt, war es nun Zeit eine Messeanlage zu bauen. Radien von 200 und 250 mm waren nur mit Flexgleis der Spurweite H0m für Schmalspurbahnen sorgfältig zu verlegen. Für die Bodenflächen verwendete ich unter anderem Kartonstreifen die mit verschiedenen Oberflächenstrukturen versehen wurden. Eine einfache und hinsichtlich Zeitaufwand vertretbare Technik.

Idee

Aus den vielen Informationen, Presseberichten und der eigenen Erfahrung im Anlagenbau begann ich das Tramgleis-/Bodenflächensystem zu entwickeln – das heutige Luna-Tram-System.

2001-2002 Entwicklung und Grundprinzip:

Ich wollte ein Tramgleis mit Tramgleisgeometrien, engen Radien und verschiedenen Oberflächenstrukturen realisieren. Ebenso war es meine Absicht, bestehende Schwellengleise nachrüsten, um in bestehenden Anlagen die Möglichkeit zu schaffen, eine Ähnlichkeit einer Strassenbahn nachzugestalten oder für Hafen-/ Industrie- und grossen Bahnhofareale Bodenflächen zu schaffen. Schlussendlich sollte auch die Strasse und alles was dazu gehörte ihrem Platz finden.

Recherchen

Ich besorgte Kataloge der bekanntesten Gleishersteller in H0, H0m und TT, kaufte Gleismaterial und überprüfte Profilhöhe, Schwellenhöhe und Abstände zwischen den ausgestalteten Schienennägeln der Profilbefestigung. Weichen und Kreuzungen nahm ich ebenso unter die Lupe und stellte fest, dass auch diese viel zu gross waren und dass eine Tramgleisgeometrie damit nicht zu realisieren war.

Bücher und Städte

Um mich mit Tramgleisgeometrien vertraut zu machen, wälzte ich Bücher, Fach-zeitschriften und besuchte zahlreiche Städte in der Schweiz und im Ausland mit Strassenbahnen. Zudem erhob ich Gleispläne der Stadt Zürich, um mir ein Bild (von oben) zu machen.

Konstruktion

Ich beschloss nun den Radius R 250mm als Grundmass meines Tramgleises festzuhalten. Das Grundmass R 250mm mit einem Bogen von 25° ergibt eine Schenkellänge von rund 105,6mm. Daraus ergibt sich der Innenradius mit R 203.2 mm und. den Parallelabstand von 46.8mm.

Die Glesigeometrien waren gefunden und nun suchte ich nach einer Lösung, Bodenflächen auswechselbar zu machen. Vom Druckknopf über den Schwalben-schwanz führte es mich zum Minigripp. Es war klickbar, schiebbar und dennoch eine feste Verbindung. Ein Tipp und klick!

Der nächste Schritt war H0 und H0m/TT und H0e unter einen Hut zu bringen. Die Grundplatte sollte gleich gross bleiben nur die Spurbreite müsste sich ändern. Dies gelang mir mit einer Bodenplattenbreite von 22mm.

Die Suche nach einem Gleisprofil begann. Sollte ich auf Rillengleis einsteigen. Nein, viel zu kompliziert und die bestehenden Profile waren zu niedrig in der Rillentiefe, was ein Problem mit den Spurkränzen verursacht.

Durch einen Zufall führte mich das Studium des, Tillig-Kataloges auf das Standardgleis. Zuerst war ich über das Hohlprofil erstaunt und dann war es die zündende Idee. Einfach in der Montage, einfach zum zusammenstecken und keine Probleme mit den Spurkränzen. Zudem gefiel mir das Gleis von oben sehr gut. Mehr als eine metallische Schienenoberfläche bleibt nach der Einbettung nicht mehr sichtbar.

Patentamt

Es konnte kein System recherchiert werden, welche eine Nachrüstung von Schwellengleisen, Strassenbahn und Strassen auf eine Ebene gebracht hätte. Am 6.11.2001 meldete ich das Bodenflächensystem in der Schweiz zum Patent an.  

Hersteller

Recherchen abgeschlossen, Patentanmeldung in der Tasche, Konstruktionsentwürfe und Handmuster zusammengestellt, suchte ich an der Nürnberger Messe 2002 den Stand der Firma Tillig Modellbahnen GmbH & Co.KG in (D) 01855 Sebnitz auf. In dieser Firma fand ich einen kompetenten Fabrikationsbetrieb mit Gleisbauerfahrung und Initiative zu Neuem. Die Idee von mir und das Hohlprofil von Tillig führte zur Projektentwicklung und zum Endprodukt: Luna Tramgleis- und Bodenflächensystem.

Projekt

Seit der ersten Kontaktaufnahme mit der Firma Tillig, zeichnete ich die Grafiken für das ganze Gleissortiment, entwickelte das Logo und wählte den Namen. Ebenso kreierte ich den Prospekt, die Warenbeipackzettel und die Verpackung. Schlussendlich wurden die Preise festgelegt.

Luna Tramgleis-Bodenflächensystem

Das Tramgleis ist nicht in Einzelteilen, analog der Schwellengleise erhältlich. Es sind Sortimente, welche aus mehreren Elementen, Gleisgrundplatte, Haltern und Boden-flächen, zusammengestellt werden. Zudem können drei Oberflächenstrukturen, Asphalt/Beton, Plastersteine oder Gras, ausgewählt werden. Die einsetzbaren geraden Bodenflächen sind in den Längen 105,6 mm, 211.2 mm und 316,8 mm und die gebogenen Bodenflächen im Winkel von 45° erhältlich. Die gerade Bodenfläche von 316,8 mm überdeckt 3 gerade Grundplatten und die gebogene Bodenfläche überdeckt 1x25°, 1x15° und 1x5° Bogengrundplatte.

Die Weichen und Kreuzungen sind zwischen den Gleisprofilen mit der gewünschten Bodenfläche ausgebildet.

Die Weiche ist ein kleines Wunderwerk. Seine feine Mechanik macht es möglich die Weiche mechanisch oder mit einem handelsüblichen Unterflurantrieb in 2 Positionen zu stellen oder durch das Einrasten einer kleinen Feder in der gewünschten Position als Federweiche zu betreiben.

Das Bodenflächensystem eignet sich zur Ausgestalltung von bestehenden geraden Schwellengleisen. Die Halter, welche zwischen die Schwellen eingeklebt werden und die dazu gehörenden geraden Bodenflächen macht ein eingipsen von Schwellen-gleisen nicht mehr notwendig. Die Eisenbahnfreunde können ihre Hafen-/Industrie-anlagen, grosse Bahnhofsareale oder Bahnsteige, Bahnübergänge und vieles mehr mit Bodenflächen auf eine Ebene bringen.

Zukunft

Das Sortiment bietet auch in Zukunft noch weitere Einsatzgebiete. Die Grundelemte bleiben untereinander kompatibel.

Tramstrecken aus verschiednen Städten können sehr authentisch nachgebaut werden. Modellbauer die Eigeninitiative entwickeln werden fasziniert sein.

Weiters wird noch nicht verraten.

Herstellerfirma

In der Firma Tillig Modellbahnen GmbH & Co.KG in (D) 01855 Sebnitz fand ich einen kompetenten Fabrikationsbetrieb mit Gleisbauerfahrung und Initiative zu Neuem. Die Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung, den Technikern und der grafischen Abteilung war der richtige Entscheid und führten uns zum Endprodukt Luna Tramgleis und Bodenflächensystem.